Jubiläums-Ausstellung

  • Kennen Sie die Hensoltshöhe?
  • Wissen Sie, was die Diakonissen machen?
  • Warum tragen sie Tracht und Haube?

Diese Fragen wurden Bürgern aus Gunzenhausen und Umgebung gestellt. Deren Antworten geleiteten die Besucher als Hörstation in die Sonderausstellung zum 100-jährigen Geburtstag des Gemeinschafts-Diakonissen-Mutterhauses Hensoltshöhe.

Vom 2. Mai bis zum 2. August 2009 zeigte die Ausstellung

„Im Auftrag des Herrn unterwegs"

die Geschichte der Gunzenhäuser Institution und ihrer Einrichtungen. Auf insgesamt 700 qm bot die Schau über zwei Stockwerke erstmalig einen umfassenden Einblick in den Alltag und das vielseitige Wirken der Hensoltshöher Diakonissen:

Attraktive Schautafeln mit kurzen Texten und großformatigen Fotos führten die Besucher durch den aufwändig gestalteten Ausstellungsbereich und seine sieben Abteilungen.

In der ersten Abteilung ging es um die geschichtliche Entwicklung des Mutterhauses und die Hintergründe seiner Gründung: Ausgehend von den Anfängen in einer Gartenwirtschaft wurde die Expansion zum Glaubenszentrum gezeigt. In den 1960er Jahren erreichte es mit über 1200 Diakonissen seinen personellen Höchststand und ist heute das größte Diakonissen-Mutterhaus in Deutschland.

Danach ging es um die Organisation der Einrichtung, die über lange Zeit auf Selbstversorgung setzte. Mit historischen Inszenierungen von Originalobjekten gewann der Besucher einen abwechslungsreichen Einblick in die Struktur der Institution.

Eine eigene Abteilung widmete sich dem Leben als Diakonisse: Mit Hörbeispielen, Filmsequenzen und Interviews hatte der Besucher die Möglichkeit, einen authentischen Einblick in den Alltag der Diakonissen zu gewinnen: Warum entscheiden sich Frauen für diesen ungewöhnlichen Lebensstil? Was bedeutet ein Leben mit Tracht und Haube?

Im 1. Obergeschoss folgte die Schau den Hensoltshöher Schwestern in die Gesellschaft. Wie verstehen die Diakonissen ihren Dienst am Nächsten? Dabei stand zunächst die Tätigkeit in Kliniken und Krankenhäusern, in Altenheimen und Suchtkliniken im Mittelpunkt.

Eine weitere Abteilung zeigte die Bildungseinrichtungen der Hensoltshöhe vom Kindergarten über die Schulen bis zur Fachakademie für Sozialpädagogik.

Zahlreiche Kreativstationen luden den Besucher ein, das Wirken der Schwestern mit allen Sinnen aktiv zu erleben: So bestand die Möglichkeit, selbst eine Jubiläumspostkarte zu drucken oder auf einer Veeh-Harfe zu musizieren.

In der großen Abteilung „Verkündigung" ging es schließlich um den missionarischen Auftrag der Schwestern: Die Glaubenskonferenzen auf der Hensoltshöhe waren dabei ebenso Thema wie die zahlreichen Freizeiten, die das Mutterhaus veranstaltet hat. Interaktive Stationen luden die Besucher ein, am Gemeindebau mitzuwirken oder sich mit Fragen der Seelsorge zu beschäftigen.

Die Schau blieb dabei nicht auf Deutschland beschränkt. Schon kurz nach dem Ersten Weltkrieg brachen einzelne Mitglieder der Gemeinschaft zu missionarischer Tätigkeit nach China und Brasilien auf. Später folgten Japan und Taiwan, wo bis heute Einrichtungen bestehen.

An vier Punkten der Ausstellung standen schwarze Podeste mit Alben, die spezielle Aspekte zur Rolle der Hensoltshöhe in der NS-Zeit behandelten: Im Einzelnen ging es dabei um die Nutzung der Zionshalle für politische Veranstaltungen, um SA- und HJ-Freizeiten auf der Hensoltshöhe sowie um den Einsatz von Zwangsarbeitern in der Landwirtschaft der Hensoltshöhe. Im vierten Album wurde die offizielle Stellungnahme des Deutschen Gemeinschafts-Diakonieverbandes (DGD) zu seiner Position und Rolle im Dritten Reich präsentiert.

Zum Abschluss ging es um das Miteinander mit anderen Einrichtungen und dem Besucher. Wer wollte, konnte seine persönlichen Eindrücke in einem interaktiven Gästebuch festhalten und so auch mit anderen Besuchern „ins Gespräch kommen."

Begleitend zur Ausstellung konnten Gruppen auch außerhalb der Öffnungszeiten Führungen buchen. Auf Schulklassen, Konfirmanden- und Jugendgruppen wartete ein attraktives Begleitprogramm.

Am 9. Mai 2009 fand ein spezielles Geburtstagsfest für die Öffentlichkeit statt. Hier konnten alle kostenfrei die Hensoltshöhe entdecken und erkunden. Die Besucher erlebten ein vielfältiges Programm mit Führungen, Musik und vielen Mitmachaktionen.